Libidoverlust als Frau: Was hilft wirklich? 10 Tipps
Du hast die Lust auf Sex verloren und bist besorgt, dass etwas mit dir nicht stimmt? Keine Sorge: Mit dir ist alles in Ordnung. Tatsächlich geht es vielen Frauen so:
- Sex fühlt sich für sie anstrengend an
- Der Gedanke an Sex löst Druck und Unwohlsein aus
- Es fühlt sich eng und beklemmend an und der Gedanke an Sex erregt sie nicht mehr
Eventuell versteifst du dich sogar, wenn dein Partner versucht dich zu umarmen oder zu küssen.
Wird sich das je wieder ändern? Ja, es gibt Auswege. In diesem Beitrag erfährst du, was du als Frau gegen den Libidoverlust tun kannst. Hier werden dir alle Fragen beantwortet.

Libidoverlust bei der Frau: Die 7 häufigsten Ursachen
Der Libidoverlust bei Frauen kann viele verschiedene und individuelle Ursachen haben. Meist ist es eine Kombination aus mehreren Ursachen.
Je nach Ursache sieht natürlich auch der Lösungsweg anders aus. Schauen wir uns nun alle möglichen Ursachen an. Anschließend geben wir dir 10 effektive Strategien auf den Weg, um wieder zu deiner Lust zu finden.
Inhaltsverzeichnis
Über den Autor
Lisa Mucke
Kommunikationspsychologin
und Sexualtherapeutin
Lisa hat an der Hochschule Zittau/Görlitz Kommunikationspsychologie studiert und das Studium mit einer Bachelorarbeit zum Thema „Komponenten von großartigem Sex“ abgeschlossen. Anschließend hat sie in einem Institut für Paar- und Sexualberatung in Leipzig erste Erfahrungen gesammelt. Seit 2020 berät sie täglich Frauen und Paare, die sich eine schönere Sexualität in ihrer Partnerschaft wünschen.
Nach Jahrelanger Beratungserfahrung können wir sagen, dass die Ursachen für Libidoverlust meist nicht körperlich (hormonell) bedingt sind. In den allermeisten Fällen ist Libidoverlust bei Frauen mental / psychisch bedingt.
1. Mentale Ursachen
Wie eben erwähnt, sind es besonders häufig mentale / psychische Ursachen, die für den Libidoverlust verantwortlich sind.
Viele Frauen fühlen sich bei Libidoverlust so, als ob etwas Grundlegendes mit ihnen nicht stimmen würde. Das schafft zusätzlich enormen Druck, welcher die Unlust noch weiter verstärkt.
Bei vielen Frauen wird der Libidoverlust durch folgende innere Muster erzeugt und auch verstärkt:
- “Ich muss guten Sex haben”
- “Ich muss zum Orgasmus kommen”
- “Etwas stimmt nicht mit mir”
- “Er wird mich verlassen, wenn ich nicht bald wieder Lust habe”
Wie mit diesen Gedanken umgehen? Diese Gedankenmuster darfst du ziehen lassen! Denn sie stimmen nicht. Lass den Druck von dir fallen. So erst kann wieder authentische Lust entstehen.
2. Libidoverlust der Frau wegen Hormonen, Medikamenten oder Schilddrüse?
Ein Libidoverlust aufgrund von Hormonen tritt vorwiegend in den Wechseljahren auf. Ansonsten ist das eher unwahrscheinlich. Besonders wenn du abgesehn davon jung und gesund bist, solltest du nicht davon ausgehen.
Wie sieht es mit der Schilddrüse aus? Auch dies kommt erfahrungsgemäß eher selten vor.
Sinnvoll: Es macht dennoch Sinn, dich beim Gynäkologen checken zu lassen. So kannst du körperliche Ursachen für deinen Libidoverlust ausschließen.
3. Probleme in der Beziehungsdynamik

Es gibt 2 typische und verbreitete Beziehungsdynamiken, die typischerweise zum Libidoverlust führen:
- Zu viel Nähe
- Zu viel Distanz
Dynamik 1: Paare, die zu harmonisch und freundschaftlich miteinander sind.
Falls zu viel Nähe vorhanden ist und alles zu freundschaftlich abläuft, verschwindet die Anziehung. Es besteht keine Spannung mehr. Das kann passieren:
- wenn man als Paar zu sehr aufeinander herum hockt
- wenn man zu viel, ja nahezu alles, miteinander teilt
- wenn zu wenige Grenzen herrschen
Lösung: Hier gilt es nun, Grenzen zu setzen, mehr ohne den Partner zu machen, nicht ständig und jede Sekunde zu kommunizieren oder zu texten. Es ist wichtig, dass eure Verschiedenheiten und sexuellen Polaritäten wieder betont werden, damit wieder Spannung entstehen kann.
Dynamik 2: Zu viel Distanz
Zu viel Distanz kann entstehen, wenn ihr euch aufgrund von ungeklärten Streits oder Verletzungen voreinander verschließt. Vermutlich habt ihr nicht darüber geredet und keine passende Lösung gefunden. So entsteht Distanz und man kann sich nicht mehr so gut auf den Partner einlassen. Nähe und Vertrauen gehen verloren.
Lösung: Miteinander sprechen und dadurch Nähe und Vertrauen wiedergewinnen. Hierüber sprechen wir noch detaillierter weiter unten im Beitrag, nachdem wir zunächst einmal alle Ursachen besprochen haben.
4. Der Sex macht einfach keinen Spaß
Eine weitere mögliche Ursache: Der Sex ist einfach nicht geil. Langweilig. Ihr macht keine Sachen, die ihr wirklich lustvoll findet.
Auch eine Möglichkeit: Du lebst deine sexuellen Wünsche nicht aus. Hier gilt es neue Sachen auszuprobieren, sich selbst mehr zu erkunden und herauszufinden, was dir gefällt.
Auch geht es darum, dich zu trauen, deine Wünsche auszusprechen.
Wie du herausfindest, was dir wirklich gefällt und wie du das mit deinem Partner kommunizieren kannst, besprechen wir weiter unten im Abschnitt mit den Tipps noch genauer.
5. Du fühlst dich nicht wohl in dir selbst

Die sexuelle Lust wird maßgeblich von persönlichem Wohlbefinden und dem eigenen Körperbild beeinflusst.
Wenn du dich in deinem Körper nicht wohl fühlst oder bestimmte Körperpartien ablehnst, kann dies sich negativ auf deine Lust auswirken.
Gleiches gilt auch für den Partner. Möglicherweise verspürst du weniger Lust auf deinen Partner, wenn dieser sich im Laufe der Zeit vernachlässigt hat.
Viele Menschen scheuen sich davor, dies offen auszusprechen, da sie ihren Partner nicht verletzen wollen.
6. Fehlende Energie und Aufmerksamkeit
Paare, insbesondere solche mit vielen Verantwortungen wie beruflichen Aufgaben und möglicherweise Kindererziehung, stehen oft vor vielen Herausforderungen.
Der Alltag ist dementsprechend hektisch. Die Kombination von Arbeit, familiären Verpflichtungen und anderen Aufgaben kann zu chronischem Stress führen.
Dies hat zur Folge, dass schlichtweg die Energie und Aufmerksamkeit füreinander in der Beziehung fehlt.
7. Stressige Alltagsstruktur
Wenn es Paaren nicht gelingt, Zeit für gemeinsame Augenblicke und intime Gespräche zu finden, rückt die Lust oft in den Hintergrund. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, aktiv Raum für gemeinsame Zeit zu schaffen und bewusst Zeit füreinander einzuplanen.
Dies gestaltet sich für viele Paare im hektischen Alltagsstress als herausfordernd. Die Gedanken sind ständig von vollen To-Do-Listen und unerledigten Aufgaben besetzt.
Wichtig: Für Lust muss auch ein mentaler Raum geschaffen werden. Diesen mentalen Raum schafft man durch Paarzeit, intime Momente und gemeinsame Routinen.
Libidoverlust bei der Frau: Was tun? 10 Tipps

Der richtige Lösungsweg für dich, hängt von der Ursache deines Libidoverlusts ab. Je nach Ursache helfen andere Lösungsansätze besser.
So findest du in diesem Part zügig die genau für dich passenden:
Lies dir die Tipps nacheinander durch. Falls dich eine bestimmte Strategie nicht anspricht, überspringe diese einfach. Konzentriere dich auf die Strategien, welche deine individuellen Ursachen des Libidoverlusts beheben.
1. Tu dir etwas Gutes
Die meisten Frauen, mit denen wir arbeiten, sind bereits in längeren Beziehungen und häufig auch Mütter und haben Kinder.
Sie kümmern sich um die Kinder, die Wohnung/das Haus, das Essen, den Einkauf, die Organisation, Urlaubsplanung, einfach alles.
Sie kümmern sich nur nicht um sich selbst. Das Problem ist: Viele Frauen verlieren mit den wachsenden Aufgaben sich selbst. Übrigens auch nicht nur Frauen, die Mütter sind und Kinder haben.
Wenn du dich nicht um dich kümmerst, wenn du gestresst bist, wenn du dir keine Zeit für dich bist, dann bist du selbstverständlich in keiner entspannten Position. Natürlich hast du keine Lust auf Sex, wenn du gestresst und ausgelaugt bist.
Deswegen tu dir etwas Gutes. Kümmere dich für dich.
Plane Zeit für dich alleine ein. Nimm dir Zeit, in der du nur machst, was dir gut tut. Gestehe dir das zu. Viele Frauen gestehen sich das nicht zu. Wie kannst du dir also etwas Gutes tun?
- Nimm ein schönes Bad
- Mach dir Kerzen an
- Lies dein Lieblingsbuch
- Mach einen Spaziergang
- Koch dir was schönes. Nur für dich.
Nähre dich selbst.
2. Lerne, dich in dir selbst wohl zu fühlen

Sexualität ist bei vielen von uns mit Scham behaftet und mit großer Unsicherheit. Viele Frauen haben Probleme sich wohl zu fühlen, vor allem beim Sex, wenn sie sich so nackt und verletzlich zeigen.
Auch wurden viele Frauen nicht richtig aufgeklärt. Wir wurden so erzogen, dass Sex etwas Peinliches und Unangenehmes ist.
Wenn du dich in dir selbst nicht wohl fühlst und zusätzlich Sex als etwas Peinliches empfindest, kannst du den Sex natürlich nicht genießen.
Eventuell denkst du, dass der Sex einfach schlecht war oder der Partner etwas falsch gemacht hat. Aber oft steckt eigentlich dahinter, dass du dich mit dir selbst nicht wohl fühlst.
Wichtig: Wenn wir uns nicht gut in uns fühlen, wenn wir nackt sind (und damit meine ich nicht nur körperlich nackt, sondern ich meine auch emotional nackt), dann haben wir Probleme, Sexualität zuzulassen.
Wie kannst du dich also wohler in dir fühlen? Dazu gehört natürlich auch, dass:
- du dich pflegst
- du dich um deinen Körper kümmerst
- du dich gesund ernährst
- du dich ausreichend bewegst
- dich entspannst, zum Beispiel mit einem Bad
- du dir Kleidung anziehst, in der du dich wohl und schön und weiblich fühlst
3. Konfrontiere deine Scham und löse sie auf

Wenn Sexualität für dich außerdem besonders Scham behaftet ist, dann hier noch ein weiterer Tipp:
Schau dich häufiger an, wie du nackt aussiehst.
Hier zeigt sich vermutlich zunächst Scham, weil die meisten Frauen nicht den Idealen entsprechen, die in unserer Gesellschaft als schön definiert werden. Viele Frauen meinen:
- “Meine Brüste sind zu klein”
- “Ich habe zu große Oberschenkel”
- “Mein Bauch ist zu groß”
- “Ich habe Cellulite”
Hinzu kommt natürlich, dass sich unser Körper extrem verändert, wenn wir eine Geburt durchgemacht haben.
Diese Veränderung zu akzeptieren, fällt ebenfalls vielen Frauen schwer.
Wir sagen dir: Du kannst damit beginnen, deinen Körper schön zu finden. Du kannst das schaffen, indem du dich selbst betrachtest.
Schau dir deine Brüste an, schau dir deine Vulva im Spiegel an. Völlig egal wie sie aussieht, auch wenn sie nicht so aussieht wie in den ganzen Pornos (was die meisten nicht tun).
Sei dir bewusst: Diese Teile an dir sehen schön aus. Du bist schön. Egal, wie du aussiehst und wie sehr du den Schönheitsidealen entsprichst oder nicht entsprichst.
Aber: Diese Akzeptanz deines Körpers soll nicht heißen, dass du nicht weiter an dir arbeiten kannst, zum Beispiel dich gesund ernährst oder zum Sport gehst. Aber diese Akzeptanz von Anfang an mitzubringen, ist trotzdem enorm wichtig. Das tut der Seele gut.
4. Sorge dafür, dass dein Partner dich wirklich sieht

Um wieder Lust auf Sex zu bekommen, musst du dich nicht nur in deinem eigenen Körper wohlfühlen. Du musst dich besonders auch emotional mit dienem Partner gut fühlen.
Ansonsten kannst du dich nicht offen und verletzlich beim Sex zeigen. Es ist ganz wichtig, dass du dich gesehen, verstanden und sicher fühlst. Und zwar natürlich nicht nur beim Sex.
Das bedeutet: Du brauchst das Gefühl, dass dein Partner dir wirklich nah sein möchte. Viele Frauen in unseren Beratungen sagen uns:
“Wenn mein Partner Lust hat und die Initiative zum Sex ergreft, habe ich das Gefühl: Er hat eigentlich keine Lust auf mich, sondern er will nur Sex haben, um Druck abzulassen und Befriedigung zu erleben.”
Wenn du das Gefühl hast, dass du nur ein Objekt bist, mit dem dein Partner mal eben Stress abbauen willst, ist das natürlich unsexy. Das ist nichts, worauf viele Frauen Lust haben.
Deshalb wichtig: Wenn du dieses Gefühl hast, kommuniziere es mit deinem Partner und sag ihm, wenn er nur Druck ablassen will, dann kann er sich gerne einen runterholen. Aber wenn er dir nah sein möchte, mit dir in Verbindung treten will, dann kann er gerne zu dir kommen.
5. Löse Verletzungen und Beziehungsstreits auf
In jeder Beziehung ist es nun mal so, dass wir uns verletzen und streiten. Dies kann das Gefühl von Ablehnung, Verletzung, Wut und Enttäuschung erzeugen.
Vor allem bei der Sexualität fühlen wir Frauen uns schnell abgelehnt.
Deswegen: Wenn etwas vorgefallen ist, wo du dich verletzt oder abgelehnt gefühl hast, sprich es an. Frag natürlich auch deinen Partner, ob er sich von dir verletzt oder abgelehnt gefühlt hat. Sprecht es an, bringt es auf den Tisch, redet darüber.
Auch wenn es schwer ist und auch wenn es unangenehm ist. Nur wenn ihr das klären könnt, kann wieder eine schöne Stimmung aufkommen, die auch sexuelle Lust ermöglicht.
Daher wichtig: Sprecht darüber, was ihr euch wünscht und was ihr braucht, um euch wohlzufühlen. Denn dies ist die Basis dafür, um authentische Lust aufkommen zu lassen un den Sex wirklich zu genießen.
6. Finde heraus, was dir im Bett Spaß macht

Aufbauend auf den vorherigen Schritten und davon ausgehend, dass du wirklich wieder authentische Lust beim Sex haben möchtest: Finde heraus, was dir im Bett wirklich Spaß macht.
Denn keine Lust auf Sex bedeutet nicht zwangsläufig, dass wir gar keine Lust auf Sex haben, sondern dass wir keine Lust auf den Sex haben, den wir gerade ausleben.
Dazu 2 Beispiele:
Neulich war eine Frau in der Beratung und meinte: “Lisa unser Sex läuft so ab. Kurz küssen. Dann befummelt er mich kurz. Dann geht er zwischen meine Beine, um zu prüfen, ob ichschon bereit bist. Dann kommt schneller Sex, bist er kommt. Und das war es dann.”
Daran hat die Frau nicht viel Spaß. Verständlich.
Beispiel 2:
Es gibt auch Männer, die sehr liebevoll und einfühlsam sind. Sie machen alles, kümmern sich viel um die Bedürfnisse der Frau, streicheln viel, etc. Aber der Sex läuft sehr routiniert ab. Und ist damit sehr langweilig.
Die Frau weiß schon vorher: Jetzt wird dies, das und jenes passieren, und zwar in genau dieser Reihenfolge.
Auch das ist nicht besonders lustvoll und leidenschaftlich.
Die Lösung: Erforsche dich selbst. Das ist nicht immer einfach und daher hier ein Tipp. Falls du nicht so schnell herausfindest, was dir Spaß macht, kannst du auch darauf achten, was dir nicht gefällt beim Sex. “Was will ich anders?”
And nachdem dir das bewusst wird, tu folgendes. Nimm dir viel Zeit, setz dich hin und träum dir zusammen:
“Ich weiß jetzt, was mir nicht gefällt, aber worauf hätte ich Lust? Was würde mir Spaß machen?
Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, und übrigens: Es gibt keine Tabus. Viele Dinge, die wir uns wünschen und vorstellen, sind in der Gesellschaft tabuisiert. Und daher mit Scham behaftet.
Hier geben wir dir ans Herz: Nichts, was du dir wünschst, ist falsch. Alles, was du erotisch findest, ist richtig und gut.
Auch ganz wichtig: Wenn du im Bett Dinge für deinen Partner tust, die dir aber keine Lust bereiten, dann hör damit auf. Es ist ganz wichtig, dass du für dich und dein Wohlbefinden auch Grenzen setzt.
7. Kommuniziere deinem Partner, was du dir wünschst

Nachdem du nun herausgefunden hast, was du im Bett nicht mehr möchtest und was du dir stattdessen wünschst: Kommuniziere dies deinem Partner.
Schafft einen Rahmen, in dem ihr darüber sprechen könnt:
“Was möchtest du? Was möchte ich? Wo können wir uns da in der Mitte treffen?”
Übrigens: Eventuell kann es auch sein, dass dein Libidoverlust entstanden ist, weil du deinen Partner nicht mehr attraktiv findest:
- Vielleicht hat er sich zu sehr gehen lassen und spricht dich optisch nicht mehr an
- Vielleicht verhält er sich auf irgendeine Weise sehr unattraktiv
- Vielleicht verhält er sich seit einiger Zeit schlichtweg zu unmännlich
Es könnte zwar Schmerzhaft für deinen Partner sein, aber auch dies empfehlen wir dir, in einem respektvollen Rahmen offen zu kommunizieren.
8. Falls ihr Eltern seit: Bleibt trotzdem zusammen
Ich selber bin Mama und habe zwei kleine Söhne und weiß daher auch aus eigener Erfahrung: Sobald ein Kind geboren wird, ist es nunmal so, dass die Partnerschaft erstmal zu kurz kommt.
Ich arbeite mit vielen Müttern zusammen und genau das höre ich von ihnen ebenfalls sehr oft. Am Anfang kann die Partnerschaft sehr darunter leiden, wenn ein Kind zur Welt gekommen ist.
Für eine gewisse Zeit ist das auch okay und normal so. Aber oft vergessen wir dann, dass wir auch trotzdem noch ein Liebespaar sind. Mann und Frau.
Teilweise stellt sich eine Routine ein, in der wir nicht mehr zu dem zurückfinden, was wir anfangs ausgelebt haben.
Falls ihr nur noch Mama und Papa seid, und das Paar in euch nicht zu sehr eingeschlafen ist, dann schafft euch Zeit zu zweit.
Was hat das aber mit dem Libidoverlust der Frau zu tun?
Im Alltag seid ihr sicherlich super Eltern, super Alltags-Manager. Aber wenn ihr “nur” noch das seid, siehst du deinen Mann eventuell nur noch als Vater deiner Kinder, aber nicht mehr als deinen Liebhaber.
Daher: Erweckt das Liebespaar in euch wieder, indem ihr euch bewusst Zeiträume dafür schafft. Lust entsteht nicht zufällig, wie wir oftmals so denken. Macht aus eurer Zweisamkeit richtige Events. Das heißt nicht nur zu Hause kochen und dann auf der Couch essen. Verlasst das Haus, geht aus und habt ein richtiges Date!
Ihr müsst anschließend nichtmal Sex haben. Habt einfach eine romantische Zeit zusammen. Redet in dieser Zeit nicht über die Kinder, nicht über die Arbeit, nicht über eure ToDo-Listen, usw. Redet über euch und seht wieder den Menschen, in den ihr euch verliebt habt.
9. Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Über jeden dieser Lösungsansätze und auch noch weitere könnte man wesentlich mehr im Detail erzählen. Dies würde allerdings den Rahmen dieses Artikels sprengen.
Auch ist uns bewusst: Wenn du aktuell keine Lust hast, kann es für einen selbst oftmals Schwierigsein, alle Hintergründe dafür herauszufinden.
Wir hören in unseren Beratungen immer wieder: “Wenn man gerade keine Lust hat, ist es, als ob man wie in so einem dunklen Loch wäre. Man hat auch das Gefühl, drüber zu reden verschlimmert das ganze noch.”
Für einige Fraugen fühlt es sich unendlich weit weg an, Lust auf Sex zu haben und Sexualität so auszuleben, dass man daran wieder Spaß hat.
Wenn das ein Thema für dich ist und du gerne mehr Klarheit darüber hättest, was du konrekt tun kannst, dann melde dich gerne hier bei uns.
Jede Frau hat einen individuellen Hintergrund und gerne helfen wir dir dabei, bei dir in die Tiefe zu gehen und das Problem mit dem Libidoverlust aufzulösen.
Wir helfen Frauen dabei, ihre Sexualität so auszuleben, dass sie sie erfüllt, lustvoll ist und ihnen Spaß macht. In unsere Beratung kommen Frauen, aber auch oft Paare.
10. Mentale Entspannung ist das A & O
Diesen Punkt haben wir weiter oben bereits angerissen, möchten ihn aber nochmal betonen, da er so wichtig ist.
Denn mentale Gedankenmuster und innere Erwartungshaltungen können die Lust komplett hemmen. Oftmals sind sie sogar ein Hauptgrund für den Libidoverlust der Frau.
Solche Gedanken erzeugen diesen Stress:
- “Ich muss immer zum Orgasmus kommen”:
Du musst nicht!. Je verkrampfter du an den Orgasmus gehst, desto unwahrscheinlicher passiert er. Gehe entspannt an die Sache heran. Du musst nicht immer kommen
- “Es ist falsch und schlecht, dass ich meine Libido verloren habe”:
Sieh es als Chance! Klar wünscht du dir dieses Problem nicht. Aber wo es Probleme gibt, da gibt es auch Wachstumspotenzial. Du hast nun die Chance zu wachsen. - “Ich muss meinen Partner immer zufrieden stellen”:
Du hast Angst, dein Partner liebt dich weniger oder nicht mehr, wenn du ihn nicht zufrieden stellst? Das ist ein Irrtum! Du bist liebenswert, auch wenn du nicht andere immer an erste Stelle setzt. Ein mental gesunder Partner freut sich für dich, wenn du für dich einstehen kannst. Auch wenn das heißt, dass du nicht alle seine Erwartungen erfüllst.
Dies sind nur einige Beispiele solcher Gedankenmuster, die deine Lust hemmen können. Gerne unterstützen wir dich dabei, weitere innere Muster zu erkennen und aufzulösen, damit wieder authentische Lust entstehen kann. Erfahre hier mehr, falls du Unterstützung suchst.
Häufige Fragen
Woher kommt sexuelle Unlust bei der Frau?
Sexuelle Unlust bei Frauen kann verschiedene Ursachen haben. Mitunter:
- psychologische Gründe wie Stress, Beziehungsdynamiken oder emotionale Belastungen.
- physische Faktoren wie Hormonschwankungen
- gesundheitliche Probleme
Die häufigsten Gründe sind laut unserer Erfahrung aus jahrelangen Beratungen psychologischer Natur.
Was hilft gegen Libidoverlust bei der Frau?
Je nach Ursache helfen verschiedene Ansätze bei Libidoverlust der Frau. Dazu gehören:
- Gesunde Lebensweise
- Stressmanagement
- Offene Kommunikation in der Beziehung
- Beziehungskonflikte lösen
- Dich selbst gut behandeln
- Deinen Körper akzeptieren
- Zu deinen sexuellen Wünschen und Grenzen stehen
- Sexualtherapie- oder Beartungen in Anspruch nehmen
- Bei Bedarf: Ärztliche Untersuchungen
Professionelle Hilfe bei Libidoverlust der Frau suchen?
Die Inanspruchnahme professioneller Hilfe bei Libidoverlust der Frau kann sinnvoll sein, da dies dabei hilft, die genauen Ursachen zu identifizieren. Geschulte Sexualberater können gezielte Unterstützung bieten, um mögliche emotionale Barrieren zu überwinden und das sexuelle Wohlbefinden zu verbessern.
Welches Hormon fehlt bei sexueller Unlust?
Bei sexueller Unlust können verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, und es ist nicht immer auf einen Mangel an bestimmten Hormonen zurückzuführen. Jedoch kann ein Ungleichgewicht oder Mangel an Östrogen, Testosteron oder Progesteron bei Frauen sexuelle Probleme verursachen.
Aus unserer jahrelangen Beratungserfahrung können wir dir allerdings sagen: Es liegt nur in wenigen Fällen an den Hormonen. Ausnahme sind die Wechseljahre. Falls du dennoch verunsichert bist: In diesem Fall ist eine Diagnose durch einen Arzt sinnvoll, um mögliche Hormonschwankungen zu identifizieren.
Wie merkt man Östrogenmangel?
Östrogenmangel kann verschiedene Symptome verursachen, darunter:
- Vaginale Trockenheit: Ein Rückgang der Östrogenwerte kann zu verminderter vaginaler Feuchtigkeit führen, was Unbehagen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen kann.
- Hitzewallungen: Ähnlich wie während der Wechseljahre können Hitzewallungen ein Anzeichen von Östrogenmangel sein.
- Schlafstörungen: Veränderungen im Östrogenspiegel können den Schlaf beeinflussen und zu Schlafstörungen führen.
- Stimmungsschwankungen: Östrogen spielt eine Rolle bei der Regulation von Serotonin, einem Neurotransmitter, der die Stimmung beeinflusst. Ein Mangel kann zu Stimmungsschwankungen führen.
- Gewichtszunahme: Einige Frauen berichten von einer Zunahme des Körperfetts oder einer Veränderung der Körperformen bei Östrogenmangel.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auch andere Ursachen haben können. Wenn der Verdacht auf einen Östrogenmangel besteht, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, der eine genaue Diagnose stellen und geeignete Maßnahmen empfehlen kann.
Wie bekomme ich mehr Östrogene?
Es ist wichtig zu beachten, dass Selbstmedikation und eigenständige Hormontherapie Risiken bergen können und nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen sollten.
Wenn du denkst, dass du einen Östrogenmangel haben könntest, ist es am besten, einen Arzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und eine geeignete Behandlung zu besprechen. Der Arzt kann feststellen, ob eine Hormontherapie notwendig und sicher ist.
In einigen Fällen kann eine Hormonersatztherapie (HRT) verschrieben werden, um den Östrogenspiegel zu regulieren. HRT kann in Form von Pillen, Pflastern, Gels oder Cremes verabreicht werden.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Entscheidung für oder gegen eine Hormontherapie individuell getroffen wird und von verschiedenen Faktoren wie Gesundheitsgeschichte, Risikofaktoren und persönlichen Präferenzen abhängt.
Es gibt auch Lebensstilfaktoren, die die Östrogenproduktion beeinflussen können. Eine ausgewogene Ernährung mit Lebensmitteln, die reich an Phytoöstrogenen sind (wie Sojaprodukte, Hülsenfrüchte und Leinsamen), sowie regelmäßige körperliche Aktivität können einen positiven Einfluss auf den Hormonhaushalt haben.
Welches Mittel bei Libidoverlust?
Bei Libidoverlust bei Frauen ist es wichtig, die genaue Ursache zu identifizieren, da diese vielfältig sein kann. Einige mögliche Ansätze und Mittel, die in Betracht gezogen werden können:
- Psychologische Unterstützung
- Lebensstiländerungen
- Medikamente
- Hormonersatztherapie (HRT)
Es ist wichtig zu betonen, dass Selbstmedikation vermieden werden sollte. In einer Vielzahl von Fällen ist eine psychologische Unterstützung plus Lebensstiländerung die passende Lösung.
Was essen bei sexueller Unlust?
Es gibt keine spezifische Diät, die direkt die sexuelle Lust steigert, aber eine ausgewogene Ernährung kann die allgemeine Gesundheit fördern, was sich positiv auf die sexuelle Funktion auswirken kann. Einige Lebensmittel und Nährstoffe könnten dazu beitragen:
- Omega-3-Fettsäuren
- Obst und Gemüse
- Nüsse und Samen
- Ingwer
- Avocado
- Dunkle Schokolade
Welche Vitamine bei Libidoverlust?
Es gibt keine spezifischen Vitamine, die direkt und eindeutig mit Libido oder sexuellem Verlangen in Verbindung stehen. Allerdings spielen bestimmte Vitamine eine Rolle bei der allgemeinen Gesundheit, die wiederum einen Einfluss auf die sexuelle Funktion haben kann. Hier sind einige Vitamine, die wichtig sein können:
- Vitamin D: Ein Mangel an Vitamin D kann mit einem niedrigen Testosteronspiegel in Verbindung gebracht werden, was die Libido beeinflussen kann.
- Vitamin B-Komplex: Vitamine der B-Gruppe, insbesondere B6, B9 (Folsäure) und B12, können eine Rolle bei der Hormonregulation und Energieproduktion spielen.
- Vitamin C und E: Diese Vitamine wirken als Antioxidantien und können die allgemeine Gesundheit fördern, was sich positiv auf die sexuelle Funktion auswirken kann.
- Omega-3-Fettsäuren: Während es keine Vitamine sind, spielen Omega-3-Fettsäuren eine Rolle bei der Produktion von Sexualhormonen.
Was wirkt aphrodisierend bei Frauen?
Aphrodisierende Wirkungen können von Person zu Person unterschiedlich sein, und es gibt keine universelle Lösung. Einige Lebensmittel, Kräuter und Substanzen werden jedoch traditionell als Aphrodisiaka betrachtet. Hier sind einige Beispiele:
- Ingwer: Kann die Durchblutung fördern und die Libido steigern.
- Schokolade: Der Genuss von dunkler Schokolade kann die Freisetzung von Endorphinen stimulieren und das allgemeine Wohlbefinden verbessern.
- Avocado: Enthält Vitamin E, das wichtig für die Produktion von Hormonen sein kann.
- Ginseng: Wird in einigen Kulturen als potenzielles Aphrodisiakum betrachtet und kann die Energie steigern.
- Safran: Traditionell verwendet, um die Libido zu steigern.
- Meeresfrüchte: Lebensmittel wie Austern werden aufgrund ihres hohen Zinkgehalts manchmal als aphrodisierend betrachtet.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Wirkung von aphrodisierenden Substanzen individuell unterschiedlich sein kann. Der psychologische Aspekt und persönliche Präferenzen spielen ebenfalls eine große Rolle. Auch sollten diese Mittel nicht als alleinige Lösung angesehen werden. Häufig müssen besonders die psychologischen Ursachen behoben werden. Diese aphrodisierenden Mittel können nebenher ebenfalls testweise zum Einsatz kommen.
Libidoverlust bei der Frau: Was hilft (pflanzlich)?
Bei Libidoverlust bei Frauen können einige pflanzliche Ansätze in Betracht gezogen werden, die aber nicht allesamt wissenschaftlich bewiesen sind.
Hier sind einige pflanzliche Ansätze, die möglicherweise unterstützend wirken können:
- Maca-Wurzel: Maca wird manchmal als natürliches Aphrodisiakum betrachtet und kann die sexuelle Lust steigern.
- Gingko Biloba: Gingko kann die Durchblutung verbessern, was sich positiv auf die sexuelle Funktion auswirken kann.
- Rote Ginsengwurzel: Ginseng wird traditionell zur Verbesserung der sexuellen Funktion eingesetzt und kann die Energie steigern.
- Schwarzer Holunder: Enthält antioxidative Verbindungen, die die allgemeine Gesundheit fördern können.
Es ist wichtig zu beachten, dass pflanzliche Mittel unterschiedlich auf verschiedene Personen wirken können. Es wird empfohlen, sich vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder Kräutern ausreichend zu informieren und möglicherweise mit einem Arzt zu sprechen, um mögliche Wechselwirkungen oder Risiken auszuschließen.
Hilft Mönchspfeffer bei Libidoverlust bei der Frau?
Mönchspfeffer, auch als Vitex agnus-castus bekannt, wird häufig für verschiedene Frauenbeschwerden eingesetzt, einschließlich Menstruationsstörungen und prämenstruellem Syndrom (PMS). Es wird angenommen, dass Mönchspfeffer den Hormonhaushalt beeinflussen kann, insbesondere indem es den Prolaktinspiegel senkt. Einige Frauen nehmen Mönchspfeffer möglicherweise ein, um hormonelle Ungleichgewichte zu regulieren, die Einfluss auf die Libido haben könnten. Es gibt jedoch begrenzte wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit von Mönchspfeffer in Bezug auf die sexuelle Lust, und die Forschungslage ist nicht eindeutig. Während einige Frauen von einer Besserung berichten, bleibt bei anderen Frauen ein Effekt aus. Mönchspfeffer ist ebenfalls keine Lösung, falls der Libidoverlust aufgrund von mentalen Ursachen erzeugt wird.
Nach Jahrelanger Beratungserfahrung können wir sagen, dass die Ursachen für den Libioverlust meist nicht körperlich (hormonell) bedingt sind. In den allermeisten Fällen ist der Libidoverlust bei Fraun mental / psychisch bedingt.




